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 Drehbücher

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Kemijoki
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BeitragThema: Drehbücher   Di Nov 13, 2007 8:03 pm

Hier mal ein paar Facts zum Thema "Drehbuch":
Ein Drehbuch ist die bild- und tongenaue Beschreibung eines möglichen Films. Nicht jedes Drehbuch wird realisiert; so gut wie jede Realisierung aber beruht auf einem Drehbuch. Drehbücher werden in Einzelfällen spontan, meist jedoch im Auftrag von Drehbuchautoren verfasst. Im Laufe der Stoffentwicklung wird ein Thema erfasst und ausgearbeitet - zu Exposé, Treatment und erster Drehbuchfassung, je nachdem wieweit mögliche Auftraggeber (wie z.B. Filmförderungsanstalten bzw. Filmproduktionsfirmen oder Fernsehsender) diese Schritte fördern.

Basis
Ein traditionelles Drehbuch soll über einen geradlinige Haupthandlung verfügen, an der sich mehrere Nebenhandlungen orientieren. Handlungsquellen sind entsprechend Haupt- und Nebenfiguren, ihr Verhältnis zueinander sowie zu ihrer Umgebung: Orten und Räumen, die im vorgestellten Lauf der Dinge variieren. Die Beschreibung dieser Voraussetzungen bildet die Vorlage für die praktischen Umsetzung in Staging (Regiearbeit)und der anderen an der Realisierung des Films Beteiligten wie: Kameramann/-frau, Szenenbilder, Kostüm, Maske, usw.

Beschaffenheit
Was in einem Film zu sehen und hören ist, wird über einen vordefinierten Satz von Texttypen in bestimmtem Layout dargestellt. Eine entsprechend formatierte DIN-A4-Seite Text gibt dabei in etwa 1 Minute Film wieder, so dass z.B. ein 90-Seiten-Drehbuch einen 90-Minuten-, ein 120-Seiten- einen 120-Minuten-Film vorstellt. <-- Das hier ist eigentlich das wichtigste für ein Drehbuch!


Das Drehbuch (von Peter Hant)
Hierzu hatte ich mal eine Hausübung auf der Uni zu machen und die stell ich euch mal rein, weil's viele Tipps gibt, die wirklich nützlich sind!

Jede Geschichte hat eine Grundstruktur: Anfang (1.Akt), Mitte (2.Akt) und Ende (3.Akt). Im ersten Akt wird die Geschichte aufgebaut (drei Konfliktebenen entstehen), im zweiten Akt wird sie entwickelt (Konflikte intensivieren sich) und im dritten Akt werden sie gelöst (Konflikte werden entschieden).
Ein Drehbuch für einen Spielfilm von 120 Minuten ist ca. 120 Seiten lang. Darauf entfallen ca. 30 Seiten auf den Aufbau, ca. 60 Seiten auf die Entwicklung und ca. 30 Seiten auf die Lösung. Aufbau, Entwicklung und Lösung müssen einen dramatischen Effekt erzielen.
Ein Film filtert Drama aus der Wirklichkeit, daher ist eine Filmgeschichte immer verdichtete Wirklichkeit und niemals eine Abbildung.

1. Akt
Set Up: In vielen Drehbüchern gibt es Probleme mit dem Anfang (beginnen einfach viel zu früh). Das Set Up ist daher langatmig, enthält zu viele umständliche Erklärungen und zu viel unnötige Back Story. Wichtig ist zu trennen zwischen der Geschichte, die erzählt werden soll, und der Vorgeschichte (Back Story).
Im Set Up ist es wichtig, dass Protagonist, Antagonist, Ziel und Plot Beginn so nahe wie möglich beieinander liegen. Es gibt Informationen über die Welt, in der die Geschichte spielt und es wird bestimmt, was in der Welt der Geschichte möglich ist und was nicht. Es wird das Glaubenssystem definiert, die über den ganzen Film hindurch konstant bleiben muss.
Der Set Up steuert auf dem kürzest möglichen Weg auf den Plot Beginn zu. Kann dieser aber nicht innerhalb der ersten zehn Seiten gesetzt werden, muss der Autor mit einem kleineren Konflikt beginnen. Ein Subplot muss eingeschoben werden, ein Nebenstrang der Geschichte.
Der Hook: dieser soll den Zuschauer angeln. Er soll ihn quasi aus seinen alltäglichen Gedanken herausreißen und ihn in die Welt des Filmes ziehen.
Der Hook kann ein Ereignis, eine Situation oder eine Figur sein und er funktioniert nur, wenn er etwas Überraschendes zeigt. Jedes denkbare Mittel ist erlaubt, solange es die Aufmerksamkeit und das Interesse des Lesers erregt. Bilder eigenen sich am besten dazu, Dialoge sollten wenn möglich vermieden werden. Ein guter Hook bedeutet, dass gleich etwas Entscheidendes auf dem Spiel steht, denn das erzeugt Spannung.
Die ersten 10 Seiten: es werden meist nur die ersten zehn Seiten eines Skriptes gelesen, denn hier entscheidet sich schon, ob man das Stück mag oder nicht. Das erste Drittel ist sehr entscheidend, denn es muss den Leser gleich fesseln und ihn zum weiter lesen animieren. Sofort muss Spannung aufgebaut werden, die nach einer Lösung sucht. Spannung und Neugierde dürfen dann bis zum Ende nicht mehr abreißen.
Die nächsten 20 Seiten: Hier wird intensiviert, was anfangs aufgebaut wurde. Hier ist es auch angebracht, den Protagonisten einzuführen, sollte dieser nicht schon vorher vorgekommen sein. Auch sein Gegenspieler, der Antagonist, muss im 1. Akt dargestellt werden. Der zentrale Konflikt sollte dem Rezipienten so früh als möglich gezeigt werden.
Der Plot Beginn: dies ist jener Moment, in dem ein Ereignis eintritt (wirft das Leben des Protagonisten aus dem Gleichgewicht). Der Plot Beginn ist der wichtigste Moment im 1. Akt. Er kann durch den Protagonisten ausgelöst werden, durch einen Zufall oder die Handlung einer Figur in der Nähe des Protagonisten. Am wirksamsten ist der Plot Beginn oft durch eine Handlung. Der Plot Beginn ist Auslöser der Geschichte. Weil er so eine entscheidende Bedeutung hat, muss er auf der Leinwand zu sehen sein. Der Plot Beginn löst eine Reihe von Ereignissen aus, die sich bis zum Höhepunkt am Ende der Geschichte im 3. Akt fortsetzen.
Die Frage, die am Plot Beginn steht, enthält immer auch das Ziel des Protagonisten. Es ist die dramatische Frage des Films. Die Antwort auf die Frage schafft einen Konflikt. Dadurch wiederum entsteht Spannung die durch Lösung aufgehoben wird u.s.w.
Der Plot Beginn ist auch das einzige Ereignis, dass den Gesetzten der Welt widersprechen darf, nämlich den Unglauben zu vergessen (z.B. Zeitmaschine)
Die Plot Points – Ende des 1. und 2. Aktes: Es gibt Wendepunkte, die überall und jederzeit auftreten können. Wichtig dabei ist, dass der zentrale Konflikt im Brennpunkt der Handlung bestehen bleibt. Wendepunkte lösen Erstaunen und Spannung aus, weil sich die Geschichte um 180 Grad dreht, ohne dass dies der Zuschauer erwartet. Plot Point 1 (Höhepunkt am Ende des 1. Aktes) und Plot Point 2 (Höhepunkt am Ende des 2. Aktes) haben eine besondere Bedeutung. An beiden Enden nimmt die Geschichte eine Wendung, die für den ganzen darauf folgenden Akt bestimmend ist. Sie haben auch unterschiedliche Auswirkungen. Plot Point 1 führt zur Konfrontation in Akt 2 und Plot Point 2 führt zum Höhepunkt und der Lösung im 3. Akt. Plot Point 1 findet ca. nach 30 Drehbuchseiten statt, Plot Point 2 nach etwa 90 Seiten.

2. Akt
Während des 2. Aktes lernt der Rezipient die Person des Protagonisten besser kennen. Die meisten Handlungen und Konflikte, die sich im 2. Akt in Subplots entwickeln, sind meist schon im 1. Akt angelegt. Was der Rezipient schon ahnen konnte, wird jetzt deutlicher. Plot Point 1 hat den Protagonisten vor eine völlig neue und unbekannte Situation gestellt. Der 2. Akt enthält Ärger, Verzweiflung bis hin zum Akzeptieren der Situation und zum Kampf ums Ziel.
Gegen Ende des 2. Aktes werden die Hindernisse schier unüberwindbar. Der Protagonist entdeckt die innere Schwäche, die ihm von der Lösung des Konflikts abgehalten hat und dies gibt ihm neue Kraft für den 3. Akt.
Tragende Handlung des 2. Aktes ist die Auseinandersetzung zwischen Protagonist und Antagonist. Der 2. Akt ist auch bekannt als Akt der Komplikationen.
Der Plot Point 2 am Ende des 2. Aktes lenkt in Richtung Krise und Höhepunkt am Schluss.

3. Akt
Hier sollten die negativen und positiven Erfahrungen des Protagonisten sehr rasch aufeinander folgen und damit den Zuschauer emotional stärker packen.
Der 3. Akt ist meist der kürzeste von allen. Nach dem Plot Point 2 steigert sich das Tempo enorm. Alles geht jetzt Schlag auf Schlag. Plot und Subplot verwickeln sich immer mehr. Die Intensität der wechselnden Erfahrung des Protagonisten spitzt sich dramatisch zu und der Konflikt mit dem Protagonisten verschärft sich.
Gefühle und Spannung beim Zuschauer steuern auf einen Höhepunkt zu. Dialoge sollten so kurz wie möglich gehalten werden.
Die Krise: kurz vor dem Höhepunkt gibt es die letzte und alles entscheidende Krise. Protagonist und Antagonist stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Die Entscheidung, die der Protagonist nun treffen wird, ist die letzte und wichtigste moralische Entscheidung der Geschichte.
Diese letzte Krise sollte so lange wie möglich ausgedehnt werden. Sie ist wie ein Damm, der Spannung und Gefühle stoppt, bevor sie sich im Höhepunkt entladen.
Höhepunkt: ist die Stelle, an der die Antwort auf die zentrale dramatische Frage erfolgt. Die aufgestaute Spannung explodiert hier. Genau diese Explosion, dieser Höhepunkt ist es, was der Zuschauer mit nach Hause nimmt. Im Höhepunkt macht der Film seine Aussage und damit wird er zur inhaltlich bedeutendsten Stelle des Films. Der Höhepunkt muss auf der Leinwand unbedingt zu sehen sein. Wichtig ist auch, dass es keinen Kompromiss gibt, denn Drama bedeutet ja, dass zwei unvereinbare Gegensätze in Konflikt geraten.
Sehr wichtig ist auch, dass das Ende immer überraschend ist für den Zuschauer. Es darf nie so ausgehen, wie es der Zuschauer vorausahnt. Der Zuschauer muss bis zuletzt in Unsicherheit über den Höhepunkt sein.
Kiss Off: Wenn alle offenen Fragen im Höhepunkt gelöst werden, folgt oft noch das Kiss off. Er zeigt die Auswirkungen des Höhepunktes, gibt dem Zuschauer Gelegenheit, sich zu erholen und lässt den Film langsam ausklingen. Manchmal wird auch versucht, eine Verbindung zur Szene am Anfang des Films herzustellen (Film endet am selben Ort, wo er begonnen hat – es entsteht der Eindruck von Ganzheit, Eindruck einer runden Geschichte).
Reversals: sind Wendepunkte, an denen sich die Handlungen des Protagonisten vollkommen verändern. Kaum eine Geschichte verträgt mehr als ein Reversal. Sollte der Protagonist sein Verhalten und seine Einstellung zum Geschehen öfters vollkommen verändern, wirkt er unglaubwürdig und unberechenbar und der Zuschauer will sich nicht mehr mit ihm identifizieren.


Quelle: wikipedia, text von peter hant "das drehbuch"
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BeitragThema: Re: Drehbücher   Di Okt 14, 2008 10:22 pm

Hilfe, das ist eindeutig zu viel auf einmal.

Ich würde gerne eines meiner Bücher, zu einem Drehbuch umschreiben, doch leider fehlt mir das Wissen dazu.
Ich würde gerne ein Fernstudium machen in dem man es lernen kann, nur fehlt mir das Geld dazu, leider.

Ich werde mir diesen Text hier mal irgendwann in Ruhe vornehmen, vielleicht kann ich durch das bischen ja doch noch was lernen.

Mist hab zu viel ich würde gerne geschrieben....lol.
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Kemijoki
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BeitragThema: Re: Drehbücher   Di Okt 14, 2008 11:05 pm

Ein Drehbuch ist ja dazu da, dass man daraus einen Film oder ein Theaterstück machen kann.
Deswegen sollte die Geschichte selbst schon irgendwie gemacht sein, um daraus ein Drehbuch zu machen! Weißt du, was ich meine?
Es spricht eigentlich nichts dagegen, aus einer Geschichte ein Drehbuch zu machen. Nur musst du bisschen aufpassen, wenn du es eines Tages vielleicht verkaufen willst: Produzenten und Regisseure können aus deinen Vorstellungen, etwas ganz anderes zaubern! Weil aktuelle Drehbücher geben keine Ortsangaben bzw. Einrichtungsgegenstände etc. vor! Das machen die ganz nach ihren Wünschen! Weil Drehbuchautoren sind heutzutage leider nicht mehr so viel Wert, wie sie es noch in den 20er/30er Jahren waren! Ist leider so.

Es gibt viele Seiten im Internet, die Drehbuchbeispiele zur Verfügung stellen! Such mal ein bisschen rum Wink
Ein kleiner Tipp, damit du weißt, wie ein Drehbuch aussieht: Klick
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BeitragThema: Re: Drehbücher   Di Okt 14, 2008 11:12 pm

Ich danke dir für den Tipp.
Das es sicherlich nicht einfach werden würde, hab ich mir schon gedacht.
Es wäre so ein Traum von mir, aber er ist jetzt nicht zwingend notwendig.
Wer hätte nicht schon gerne ein Drehbuch von seinem eigenen Roman, und das Drehbuch dann noch selbst zu schreiben wäre wohl noch am besten.
Ich finde es sehr schade was die Drebuchautoren aus manchen Büchern machen...siehe zum Beispiel Königin der Verdammten, da stimmt das Ende überhaupt nicht, und auch mittendrin. Schade eigentlich das vorhandene Werke so umgemodelt werden.

War jetzt noch mal eben auf der Seite die du mir gegeben hast, leider ist mein Englisch jetzt nicht mehr so der Brüller(Schulenglisch und das schon Jahre her). Aber habe das Drehbuch auch auf der DVD von Fluch der Karibik, hab da schon mal reingeschaut, hab einen halben Schock bekommen als ich gesehen habe wie ein Drehbuch wirklich auszusehen hat.
Ich habe mir eben darunter etwas anderes vorgestellt, na ja, ist halb so schlimm, wichtig ist mir das ich meine ganzen angefangenen Bücher fertig bekomme und sie dann irgendwann einem Verlag schicken kann.
War ja auch schon am Überlegen einen eigenen Verlag zu gründen, doch da ich selbst teils Probleme mit der Grammatik habe wäre dies wohl nicht so passend. Ok, man könnte einpaar Leute fragen die darin etwas besser sind, doch kenne ich leider keine die es perfekt hinbekommen würden.

Und beim Drehbuch wäre dann noch die Sache wem schicke ich es. Ok, es gibt Seiten da kann man seine Bücher vorstellen, und wenn man Glück hat meldet sich irgendwann mal einer.
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BeitragThema: Re: Drehbücher   Di Okt 14, 2008 11:20 pm

Da trifft weniger die Drehbuchautoren die Schuld! Wenn die Produzenten sagen, dass gewisse Dinge aus dem Roman so nicht funktionieren würden im Film oder Theater, dann werden sie gestrichen, umgeschrieben, was auch immer! Da haben die Drehbuchautoren zu folgen, weil Drehbuchautoren fast keine Rechte haben. Immerhin stecken Produzenten ja ihr Geld rein und würden sich die Drehbuchautoren weigern, die Änderungen vorzunehmen nach Wunsch der Produzenten und des Regisseurs, würde ihnen der Geldhahn zugedreht.
Aber das nur so am Rande!

Du kannst es ja versuchen, aus deinen Geschichten ein Drehbuch zu machen!
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BeitragThema: Re: Drehbücher   Di Okt 14, 2008 11:38 pm

Versuchen werde ich es auf jeden Fall, man sollte nicht voreilig einfach so aufgeben.
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