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 x + y = z (Gott-Reihe)

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maggie
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BeitragThema: x + y = z (Gott-Reihe)   Sa Jun 13, 2009 10:38 pm

Sooo, hier der Beginn meiner Gott-Reihe.
Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob es wirklich eine Gott-REIHE wird, da ich im Moment (noch?) keine weiteren Ideen für eine weitere Geschichte dazu habe.
Sollte dies die einzige Geschichte zu dem Thema bleiben, werde ich den Titel natürlich noch ändern.
Aber inzwischen hoffe ich, dass mir doch noch etwas einfällt.
Also, viel Vergnügen beim Lesen und lasst euch vom Titel nicht abschrecken. Wink

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x + y = z

Mein Name ist Sara Norek und ich wurde am 29. Februar 1992 gegen fünf Uhr morgens geboren. Wenn es nach meinem Geburtsdatum ginge, hätte ich nur alle vier Jahre Geburtstag, in den so genannten Schaltjahren nämlich. Ich wäre dann streng genommen nicht sechzehn, sondern erst vier Jahre alt. Aber das ist Haarspalterei, denke ich. Im Allgemeinen ist „Haarspalterei“ etwas, das ich sehr gerne betreibe in meiner Freizeit. Ich spalte dann auch gern mit Freunden oder Familienmitgliedern Haare, allerdings ist diese Beschäftigung leider nur für eines gut: um anderen auf die Nerven zu gehen.
Meine Nachdenkerei hat aber natürlich nicht immer etwas damit zu tun, alltäglichen oder irrelevanten Dingen auf den Grund zu gehen.
Oft behalte ich mein Gedankengut auch für mich, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich manche Menschen darüber langweilen oder sich gar davon bedroht fühlen. Aber ich selbst kann nicht anders, als nachzudenken. Ich wurde so geboren, ich wurde so geschaffen – von wem auch immer. Wem ich mein Aussehen und womöglich gewisse Charaktereigenschaften verdanke, weiß ich nämlich nicht, weil ich gleich nach meiner Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Ich hatte allerdings das Glück, nach nur wenigen Tagen zu einem jungen Ehepaar zu kommen, das mich einige Zeit später auch adoptierte. Für mich sind es meine Eltern, die ich liebe und die mich lieben. Für meine Erzeuger-Eltern habe ich keinerlei Bezeichnungen oder Namen. Aber ich dank ihnen aus ganzem Herzen, dass sie mir das Leben geschenkt haben, selbst wenn sie mich schlussendlich nicht behalten konnten. Mein pränatales Leben ist ein großes Mysterium für mich – das gefällt mir irgendwie. Es gefällt mir, dass ein gewisser Teil meines Lebens ein Rätsel für mich ist. Es gefällt mir nur nicht, dass das Fehlen meiner Wurzeln hin und wieder ganz schön schmerzt.
Was mir am meisten wehtut, ist, dass ich die Lösung des Rätsels bereits kenne – die Lösung bin ich. Es ist im Grunde wie eine mathematische Gleichung: x(x) + (x)y = ich
Interessant ist, dass man solche Gleichungen auf alles anwenden kann. Du musst dafür nur einen Blick in die Welt werfen. Alles, was wir mit unseren Sinnen und Gedanken erfassen können, ist die Lösung einer weiteren Gleichung.
Wenn wir zum Beispiel viele Milliarden Jahre zurückgehen, finden wir uns in einer Zeit wieder, in der noch kein Leben auf der Erde herrschte. Halt. Wir dürfen die kleinen Einzeller nicht vergessen, die von der Wissenschaft für alles Leben auf der Erde verantwortlich gemacht werden. Ich schau mich um und sehe, was sich in Milliarden von Jahren auf unserem Planeten getan hat. Aber ich weiß nicht wie. Denn wer oder was sagte den kleinen Einzellern, die vor ewig langer Zeit in den Urgewässern der Erde „herumschwammen“, dass sie sich zu Gruppen zusammenschließen und Mehrzeller bilden sollten? Sie hätten doch für alle Ewigkeit Einzeller bleiben können, sie hatten es doch gut so und das für sehr viele Jahr(tausend)e oder mehr. Die Gleichung hierfür würde so aussehen: a + Einzeller = Pflanzen/Tiere/Menschen
Eine klassische Frage ist auch die nach dem Urknall: a + Materieverdichtung = Urknall
Aber, woher kam dann die Materie, die durch ihre Verdichtung zum Big Bang führte?
Ich merke schon, Haarspalterei hat sich wieder einmal eingeschlichen.
Wenn ich an Dinge wie den Beginn der Zeit oder die Unendlichkeit des Weltalls nachdenke, wird mir immer schwindelig. Ich frage mich nur, ob wir Menschen jemals alle Gleichungen lösen können oder ob wir sie überhaupt lösen sollten – ich denke nicht.

Neben Haarspalterei und Gedankenkrämerei analysiere ich noch gerne. Ich liebe es Menschen und Situationen zu analysieren.
Für mich sind Menschen wie Bücher. Dabei ist jedes dieser Bücher in einer anderen, individuellen Sprache geschrieben, und das sind sehr viele Sprachen, wenn man bedenkt, wie viele Menschen auf dieser Welt leben. Allein wie viele Menschen uns täglich umgeben, wenn wir in der Schule sitzen oder in der Arbeit sind, wenn wir einkaufen oder einfach nur spazieren gehen.
Bei diesem Gedanken wird uns wohl gleich klar, dass es unmöglich ist, ein jedes Buch zu lesen beziehungsweise einen jeden Menschen wirklich zu kennen. Das Gute ist, dass das niemand von uns verlangt, was auch Sinn macht. Denn 90 Prozent der Bücher, die uns in unserem Leben begegnen, mögen wir vermutlich gar nicht.
Vielleicht, weil wir die Sprache nicht schön finden oder weil wir sie nicht richtig zu verstehen vermögen. Vielleicht gefallen uns aber auch Inhalt oder Schriftart eines Buches nicht, oder aber der Einband sagt uns nicht zu – das soll ja auch vorkommen.
Tatsache ist auch, dass viele Menschen einfach nicht gerne lesen und die wenigsten erlernen mehr als 3 Sprachen so gut, dass sie diese einwandfrei verstehen.
Ich wage zu behaupten, dass die meisten sich damit begnügen die Seiten eines Buches nur zu überfliegen, sodass sie einen Überblick über dessen Inhalt bekommen.
Es ist das, was wir unser ganzes Leben lang tun: wir überfliegen und lassen vielleicht auch ein paar Kapitel aus, weil unsere Sprachkenntnisse dafür nicht ausreichen, oder weil sie uns nicht interessieren oder uns nicht gut tun würden.
Das ist aber nicht schlimm und man muss deswegen auch kein schlechtes Gewissen haben, denn das alles ist ganz normal. Zumindest denke ich das.
Wir lernen Menschen kennen, mit manchen schließen wir Freundschaften, mit manchen nicht. Den meisten Menschen gegenüber sind und bleiben wir jedoch neutral eingestellt. Es kann nicht jeder Freund oder Feind sein, manche sind eben Bekannte, die man in Kategorien wie „sympathisch“ oder „weniger sympathisch“ einteilt – das geht vollkommen automatisch.

In meinem Regal stehen nur sehr wenige Bücher. Das liegt aber nicht daran, dass ich viele Bücher verlegt oder gar verloren habe.
Zugegeben, vielleicht habe ich ein- oder zweimal ein Buch absichtlich ausrangiert, weil es mir nicht gut getan hat.
Aber ansonsten habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, mein Regal mit nur wenigen Büchern zu füllen.
Schon als Kind habe ich es geliebt Menschen zu beobachten. Ich habe stets versucht ihre Sprachen zu erlernen – das wurde mir erst vor ein paar Jahren so richtig bewusst.
Jedenfalls habe ich mit der Zeit einiges feststellen können:
Viele Sprachen sind einander ähnlich. Sie lassen sich gut in Sprachgruppen einteilen, lassen sich leichter erlernen als andere, sind aber durch ihre Ähnlichkeit und Häufigkeit (was nicht heißt, dass sie nicht ebenso wertvoll und individuell sind) nicht so interessant für mich.
Weiters ist mir aufgefallen, dass sich manche Bücher erst gar nicht öffnen lassen wollen, während mir andere wiederum sogar das Alphabet ihrer Sprache unter die Nase halten, damit ich sie besser und schneller lesen und verstehen kann.
Hin und wieder entdecke ich auch Bücher mit extrem komplizierten oder gar verschlüsselten Sprachen. Am meisten ziehen mich dabei eben genannte, verstaubte oder kaputte Bücher an. Natürlich gibt es in jedem Buch Eselsohren oder eingerissene beziehungsweise zerknitterte Seiten. Aber manche Bücher haben im Laufe ihres Lebens so viel erlebt oder wurden so schlecht behandelt, dass sie wirklich kaputt sind. Solche Bücher ziehen mich magisch an, obwohl es sehr schwer ist an sie heranzukommen. Das Traurige ist, dass diese Bücher schon gar nicht mehr daran glauben, dass sich jemand für sie interessiert, oder, dass sich jemand die Mühe macht ihre kaputten Seiten zu kleben und zu lesen. Viele dieser Bücher versuchen ihr kaputtes Inneres hinter lustigen, surrealistisch gestalteten oder schönen Einbänden zu verstecken.
Ich für meinen Teil bin wohl ein sehr kompliziertes Buch mit einer schwierigen Sprache und vielen Seiten. Wobei die ersten Seiten herausgerissen wurden, sodass ich diese erstmals suchen und finden muss, um lesen zu können, was darauf geschrieben steht.
Das alles macht mich jedoch zu nichts Besonderem. Eher das Gegenteil, weil weniger Menschen sich die Mühe machen mich zu lesen oder meine Sprache zu erlernen.

Es gibt so viele verschiedene Bücher, so viele verschiedene Sprachen und so viele verschiedene Arten, diese zu lernen und zu lesen.
Umso verrückter, dass ich dennoch denke, dass jedes dieser Bücher von ein- und demselben Autor geschrieben wurde. Einem Autor, der allem Anschein nach auch noch ein hervorragender Mathematiker ist, der in jede seiner unzähligen Gleichungen seine Signatur gesetzt hat und setzen wird…


Zuletzt von maggie am Mo Jun 22, 2009 5:53 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: x + y = z (Gott-Reihe)   So Jun 21, 2009 7:21 pm

Was soll ich sagen? Ich mag deine Worte, die du gewählt hast und ich mag den Vergleich mit Büchern Wink
Schade finde ich nur, dass die Thematik "Gott" erst so spät rauskommt- in den letzten Zeilen...Wenn man nicht weiß, dass es eine Gott-Reihe ist/werden soll, dann schließen manche Leser vielleicht nicht auf Gott, nicht mal durch die letzten Zeilen.
Oder folgt da noch etwas, wegen der Punkte am Ende?

Was mir aufgefallen ist:
Interessant ist, dass man solche Gleichungen auf alles anwenden <-- kann
Aber, woher kann dann die Materie, die durch ihre Verdichtung zum Big Bang führte? <-- woher kam...

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maggie
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BeitragThema: Re: x + y = z (Gott-Reihe)   Mo Jun 22, 2009 5:50 pm

Danke dir, liebe Kemijoki!
Ja...das ist interessant, denn ich hab vorgestern angefangen, die ganze Geschichte zu überarbeiten. Mir ist eben genau wie dir das mit dem "Fehlen von Gott" aufgefallen.
Aber ich hab erstmals beschlossen, mit meiner Gott-Reihe noch etwas zu warten. Ich werde erst die Tod-Reiche (für die ich bereits eine neue Idee habe) beenden, denke ich. Sonst vermische ich vielleicht noch was und das wäre schade.

Zitat :
Was mir aufgefallen ist:
Interessant ist, dass man solche Gleichungen auf alles anwenden <-- kann
Aber, woher kann dann die Materie, die durch ihre Verdichtung zum Big Bang führte? <-- woher kam...

Hammer!! Dass dir sowas auffällt! Ich hätte da wohl einfach drübergelesen! Vielen lieben Dank, werd ich sofort ausbessern!
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BeitragThema: Re: x + y = z (Gott-Reihe)   Di Jun 23, 2009 8:11 pm

Hey,

Ich finds gut, dass du zuerst deine Tod-Reihe fertig machen willst...Ist vielleicht eine ganz gut Entscheidung, eben wegen vermischen und vielleicht sogar gegenseitig Story-Ideen wegnehmen.
Ich freu mich auf jeden Fall auf die Tod-Reihe Smile

@Fehler: Sowas fällt mir in letzter Zeit immer häufiger auf, weil ich bei meinen Seminararbeiten Wort für Wort lesen muss, damit ja keine Fehler drinnen sind Wink Daher ist mir das aufgefallen *hihi*
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