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maggie
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BeitragThema: Mehr   Do Dez 18, 2008 7:39 pm

Ich habe in dieser (wirklich kurzen) Kurzgeschichte absichtlich keine Namen verwendet. Ich fand, Namen wären hier einfach unpassend.
Damit aber leichter verständlich ist, wer was sagt und wann über wen erzählt wird, verwende ich Farben:
"Sie" bekommt die Farbe Violett
"Die Freundin" bekommt die Farbe Grün

Die Geschichte ist was zum Nachdenken. Ich weiß, dass sie nicht einfach zu deuten oder zu interpretieren ist, weil man viel zwischen den Zeilen lesen muss. Aber ich würde mich trotzdem über ein paar Kommentare freuen.

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„Wie soll ich es dir erklären?“, fragte sie ihre Freundin, die neben ihr auf dem Bett saß.
„Sag es einfach so, wie du es denkst.“, entgegnete diese.
„Das ist nicht so 'einfach'.“, meinte sie, „Du würdest es nicht verstehen.“

Ihr war klar, dass sie ihrer Freundin dadurch womöglich das Gefühl gab dumm zu sein oder gar unfähig.
Aber in diesem Fall traf dies wohl auch zu.


„Ich weiß schon lange, dass du irgendwie anders tickst, meine Liebe.“, sagte die Freundin, „Und ich gebe zu, dass ich dich nicht immer verstehe, aber…ich gebe mir Mühe.“
„Ja, das stimmt und dafür bin ich dir auch sehr dankbar.“, begann sie und fühlte wie schlechtes Gewissen in ihr aufstieg.
„Aber?“, forderte die Freundin sie auf weiterzusprechen.
„Aber manchmal reicht das eben nicht.“, lautete die ehrliche aber ernüchternde Antwort.
„Ich check’s einfach nicht. Du hast doch alles, was du brauchst. Und du bist dennoch nicht glücklich.“, stellte die Freundin fest.
„Ja.“, sagte sie nachdenklich und stand auf.

Sie ging zum Fenster und blickte hoch in den klaren, blauen Himmel.

„Sag jetzt nicht 'Jemand kann alles haben und ist trotzdem unglücklich' oder 'Geld macht nicht glücklich', sonst muss ich dich leider hauen. Denn du hast es zwar gut, bist aber dennoch weit davon entfernt verwöhnt zu sein.“, meinte die Freundin nun und es war spürbar, dass sie allmählich genervt war.

Als die Freundin keine Reaktion von ihr bekam, wurde sie ungeduldig.

„Was…was willst du mehr?“, wollte sie kopfschüttelnd wissen.

Ihr Blick wanderte immer noch über den Himmel und sie atmete tief durch. Es gab nur eine Antwort, die sie ihrer Freundin geben konnte. Eine Antwort, welche für sie selbst alles aussagte, was sie fühlte und dachte. Jedoch würde diese Antwort die Frage ihrer Freundin nicht auf eine Art und Weise beantworten, welche diese zufriedenstellte.
Aber sie hatte ihr ja gesagt, dass sie es nicht verstehen würde.
Sie lächelte und blickte weiterhin in die Weiten des Himmels über ihr.

„Mehr…“, flüsterte sie schließlich und fühlte wie Wärme ihren Brustkorb erfüllte.
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BeitragThema: Re: Mehr   Do Dez 18, 2008 8:04 pm

Du hast recht, diese Geschichte regt tatsächlich zum Nachdenken an. Auch war es eine gute Entscheidung von dir, den Personen keine Namen zu geben.
Eigentlich ist es doch immer so. Egal, wie viel man hat, es genügt nicht, man träumt von mehr Ruhm, mehr Liebe, irgendetwas wünscht sich jeder Mensch. Aber ich würde nicht sagen, dass man deshalb unglücklich ist. Es ist meiner Meinung nach gut, dass man immer nach mehr strebt - ansonsten wäre man wirklich unglücklich, weil man im Leben nichts mehr zu erreichen hätte und nicht mehr wüsste, wofür man noch lebt.
Ich interpretiere die beiden nicht als zwei Freundinnen, sondern als zwei Teile ein und derselben Person. Die eine ist für mich die ehrgeizige, abenteuerlustige und ewig ruhelose Seite, die immer nach mehr strebt. Die andere sehe ich als die gemütlichere Seite eines Menschen, die eher friedlich ist und sich mit dem zufriedengibt, was sie hat.
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Kemijoki
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BeitragThema: Re: Mehr   Sa Dez 20, 2008 7:59 pm

Hm, regt wirklich sehr zum Nachdenken an.

Meine Gedanken dazu: Menschen sind meist unglücklich, egal, wieviel sie haben, egal, was sie alles bekommen. Es reicht ihnen nie. Ich denke einfach, Menschen, denen es von Haus aus gut geht, die alles haben, was sie brauchen, nie zufrieden sein werden, weil sie einfach verwöhnt werden. Damit meine ich gar nicht so sehr Geld, sondern eben auch Kleinigkeiten. Aber all das reicht nicht.
Von den Leuten, die viel Geld haben und dennoch unglücklich sind, will ich hier gar nicht anfangen, denn dann müsste ich mich wieder nur aufregen!

Natürlich ist es schön, wenn man "mehr" haben will, "mehr" erreichen will, strebsam ist. Das ist okay, und das finde ich auch wichtig, weil das unserem Leben einen Sinn gibt. Aber ich finde, es ist wichtig, dennoch glücklich zu sein. Beides sollte für einen Menschen kombinierbar sein, ich finde, dann ist man auch zufrieden, aber man will dennoch mehr erreichen. Und das geht bestimmt auch nur, wenn man glücklich bzw. positiv durchs Leben geht - dann wirds einfach leichter sein.
Wer stets unglücklich mit seinem Leben und mit sich selbst ist, ich weiß nicht, der wirds einfach schwieriger haben. Klar gibts Phasen, wo einem alles zuviel wird, man in ein Loch fällt. Das ist menschlich und "normal".
Aber ständig nur alles anzweifeln was man tut, das Leben anzweifeln und einfach irgendwie ständig in einer Traumwelt zu leben, das ist einfach nicht das Richtige. Solche Menschen werden es extrem schwer haben, weil die Welt einem nichts schenkt- schon gar keine Traumwelt!
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Enrico
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BeitragThema: Re: Mehr   So März 08, 2009 5:49 pm

He maggie,

Also in einem muss ich dir rechtgeben, sie ist verwirrend. Ich hab sie mir zweimal durchgelesen und komme nicht wirklich hinter den Sinn. Gut ich meine das man mit Geld allein nicht Glücklich wird, kann ich nachvollziehen. Das man mehr dazu braucht auch. Zum Beispiel Liebe und Freunde. Aber ob das allein die Aussage der Geschichte am Ende ist, kann ich nicht sicher sagen. ^^ Ich glaub das zwischen den Zeilen lesen liegt mir nicht sonderlich. Auch wenn ich mir wirklich versucht habe Gedanken zu machen, mehr ist mir dazu nicht eingefallen^^.

mfg. Enrico
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maggie
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BeitragThema: Re: Mehr   Do März 12, 2009 8:02 pm

Erstmals möchte ich dir dafür danken, dass du dir so den Kopf zerbrochen hast über diese Geschichte.
Ich kann diese Geschichte auch nur verstehen, wenn ich sie mit dem Herzen lese. Mit Kopf und Vernunft komme ich hier nicht weit. ^^ Also keine Sorge, wenn dir das Ganze verwirrend vorkommt.

Zitat :
Aber ob das allein die Aussage der Geschichte am Ende ist, kann ich nicht sicher sagen.

Diese Aussage von dir trifft es eigentlich genau! Dieser Satz soll all die anderen, die diese Geschichte lesen und glauben deren Sinn erfasst zu haben, darauf aufmerksam machen, dass hinter diesem "Mehr..." am Ende vielleicht etwas ganz anderes steckt, das man nur mit dem Herzen sehen kann.
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BeitragThema: Re: Mehr   Fr März 13, 2009 5:03 pm

Wow, Meggie diese Zeilen, diese Worte - der Hammer!
Ich sehe mich gerade selbst am Fenster stehen und dasselbe sagen...
Für mich klingt das im Gegensatz zu manch anderen, wie mir scheint, ganz und gar nicht verwirrend.
Man braucht nicht immer einen Grund zu haben mehr zu wollen, es zählt doch schon nur zu wissen dass man Mehr will. Worauf es bezogen ist interessiert mich gar nicht so stark, muss ich gestehen. Es ist einfach faszinierend! Und du sprichst mir damit aus der Seele! Denn genauso fühle ich mich auch hin und wieder. Ich möchte etwas erklären dass in mir vorgeht, kann es aber in keinster Weise verständlich machen. Da man das nicht immer erklären kann was man fühlt, wie man es fühlt, wie es sich anfühlt.

Schön.. Smile

ps. Ich nehme mal an die Kunst des "Zwischen den Zeilen lesens" etwas im Blut zu haben und ich liebe es.. Smile
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